Felicita Simoncic hat die Weltmeisterschaft in Aachen aus österreichischer Sicht mit einer persönlichen Bestleistung eröffnet. Die 21-jährige Wienerin erhielt im Grand Prix mit Four Legends 70,730 Prozent und übernahm nach ihrem Ritt sogar vorübergehend die Führung.
10.05 Uhr im großen Stadion von Aachen. Mit der Startnummer 9 reitet Felicita Simoncic als erste Österreicherin in diese Weltmeisterschaft ein. Unter dem Sattel hat die WM-Debütantin ihren 16-jährigen Hengst Four Legends, den alle nur „Fipsi“ nennen.
Nach hochkonzentrierten 5:45 Minuten erscheint beim Ausreiten des Duos das Ergebnis auf der Anzeigetafel: 70,730 Prozent. Persönlicher Bestwert im Grand Prix – ausgerechnet auf der größten Bühne ihrer noch jungen Karriere. Die 21-Jährige lacht in diesem Moment sogar von der Spitze des Klassements, während es ClipMyHorse-Kommentatorin Kim Kreling bei der Live-Übertragung nach viel Lob salopp auf den Punkt bringt: „21 Jahre jung und haut hier einen raus!“
„Ich bin sprachlos und so stolz“
Dabei erzählt Felicita Simoncic im OEPS-Interview sogar von Konzentrationsschwierigkeiten, auf die Four Legends auf seine ganz eigene Art reagierte: „Wir hatten ein etwas schwieriges Abreiten. Ich war anfangs nicht ganz konzentriert, und Fipsi zeigt mir das sofort, indem er ein bisschen zickig wird. Ich glaube, er will mich damit erinnern und sagen: ‚Hey Feli, du musst bei mir bleiben.‘ In den letzten zehn Minuten war das aber alles gegessen.“
Im Stadion war die Verbindung wieder da. Simoncic blieb bei ihrem Pferd, Four Legends hörte zu – und die anspruchsvollen Lektionen gelangen.
„Er war einfach total bei mir und hat wahnsinnig gut mitgemacht. Ich habe mein Bestes gegeben, voll auf ihn und seine Bedürfnisse einzugehen. Alle komplizierten Sachen sind aufgegangen. Dass wir hier bei einer Weltmeisterschaft persönliche Bestleistung im Grand Prix reiten, kann ich gar nicht glauben. Ich bin sprachlos und so, so stolz auf ihn.“
Bestleistung auf der größten Bühne
Auch Trainerin Carolina Kottas-Heldenberg verfolgte den Ritt mit spürbarer Anspannung – und danach mit umso größerem Stolz: „Was die beiden heute im Stadion von Aachen gezeigt haben, ist ein Wahnsinn. Personal Best mit 70,7 Prozent bei der WM! Feli ist so souverän und konzentriert geritten, und Fipsi hat ebenfalls sein Bestes gegeben. Es ist ein unglaublich schönes Gefühl. Ich bin richtig, richtig stolz.“
Erst im Herbst 2025 hatten Simoncic und Four Legends ihr internationales Grand-Prix-Debüt gefeiert. Nicht einmal ein Jahr später eröffnete die einzige Wiener Vertreterin über alle Disziplinen hinweg die Weltmeisterschaft für Österreich – und lieferte ihre bisher beste Grand-Prix-Prüfung ab.
Der Bewerb und die Mannschaftsentscheidung werden am Mittwoch mit dem zweiten Teil des Grand Prix fortgesetzt. Unabhängig vom späteren Endrang ist Simoncics erster Auftritt in Aachen bereits ein Ausrufezeichen: 21 Jahre, WM-Debüt, Personal Best.







