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Dienstag, 22. September 2026 News • Menschen • Sport

Voltigieren · Vorarlberg

Starke Antwort auf große Enttäuschung

Foto: (c) Andrea Fuchshumer

Iina Rhomberg und Michelle Wörz haben bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften im Voltigieren am Reiterhof Stückler in St. Margarethen (K) eindrucksvoll zugeschlagen. Das Vorarlberger Duo sicherte sich gemeinsam mit Fürstenberg 3 und Longenführerin Doris Dunst mit starken 8,318 Punkten souverän den Staatsmeistertitel im Pas de deux. Ein Erfolg, der nach der verpassten WM-Teilnahme in Aachen für das eingespielte Team besondere Bedeutung hat.

Der Vorsprung war am Ende deutlich: Rhomberg/Wörz setzten sich mit 8,318 Punkten klar vor Aida Bauer und Janina Steiner aus dem Burgenland (6,785) sowie den Kärntnerinnen Katharina und Rebecca Zeller (4,988) durch. Hinter dem souveränen Titelgewinn stecken intensive Monate – und eine Enttäuschung, die das Vorarlberger Team letztlich noch enger zusammengeschweißt hat.

Aus Enttäuschung wird neue Motivation

Rhomberg und Wörz hatten in dieser Saison auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Aachen hingearbeitet, wurden für den Saisonhöhepunkt allerdings nicht nominiert. Für die beiden zunächst ein herber Rückschlag. Statt sich davon aus der Bahn werfen zu lassen, richteten sie ihren Blick jedoch schnell wieder nach vorne und machten die Staatsmeisterschaften zum neuen großen Ziel.

„Natürlich war die Enttäuschung nach der Nicht-Nominierung für die WM riesig, weil wir sehr viel dafür investiert hatten. Wir haben danach zunächst vieles hinterfragt, aber irgendwann beschlossen, den Blick wieder nach vorne zu richten. Wir wollten uns weniger damit beschäftigen, wie stark die anderen sind, sondern damit, wie stark wir selbst als Team sein können. In den vergangenen Monaten haben wir sehr intensiv trainiert, ohne dabei den Spaß zu verlieren, und sind noch enger zusammengerückt. Dass wir das bei der Staatsmeisterschaft so zeigen konnten, macht mich unglaublich stolz“, bilanziert Rhomberg.

Seit rund zwei Jahren bilden Rhomberg und Wörz ihr Pas-de-deux-Team. Bereits in ihrer ersten gemeinsamen Saison schafften sie den Sprung auf die internationale Bühne und starteten 2025 bei der Heim-Europameisterschaft in Stadl-Paura. Der Weg seither verlief nicht immer geradlinig. Verletzungen des Pferdes und längere krankheitsbedingte Ausfälle stellten das Team immer wieder vor Herausforderungen. Umso größer ist nun die Freude über den gemeinsamen Staatsmeistertitel.

Ein Team, das weit über den Sport hinausgeht

Eine zentrale Rolle spielt dabei auch Longenführerin Doris Dunst. Sie begleitet Rhomberg bereits seit deren Anfängen im Voltigiersport und trägt gemeinsam mit Fürstenberg 3 entscheidend zum Erfolg bei. „Doris ist für mich schon seit Jahren wie eine zweite Oma. Sie bringt Ruhe hinein und trägt die Verantwortung für unser Pferd. Bei ihr steht die Sicherheit immer an erster Stelle. Sie hält unser gesamtes Team zusammen“, beschreibt Rhomberg.

Auch zwischen den beiden Voltigiererinnen ist über die Jahre eine enge Verbindung entstanden. Rhomberg und Wörz kannten sich bereits aus dem Gruppenvoltigieren, mittlerweile verbindet sie weit mehr als der gemeinsame Sport. „Michelle ist der Ruhepol von uns beiden. Sie stabilisiert unglaublich viel und ist auch mental sehr wichtig für mich. Über die vergangenen beiden Jahre ist sie für mich wie eine Schwester geworden.“

Für Rhomberg selbst begann die Liebe zum Voltigieren bereits im Kindergartenalter. Mit fünf Jahren stieg sie beim heutigen VHZ Dornbirn ein – eigentlich ein Jahr früher als damals vorgesehen. Longenführerin Dunst erkannte jedoch früh ihr turnerisches Talent und machte eine Ausnahme. Fast 13 Jahre später ist aus dem ersten Versuch längst Leistungssport geworden. Drei Trainingseinheiten pro Woche gehören zum Alltag: Kraft- und Körperspannungstraining sowie Einheiten auf dem sogenannten Movie, einem beweglichen Trainingsgerät, werden durch das Training auf dem Pferd ergänzt.

Seit diesem Herbst kommt für Rhomberg eine neue Herausforderung hinzu. Die Vorarlbergerin hat an der FH Dornbirn ihr Studium in Gesundheits- und Krankenpflege begonnen und muss den Leistungssport künftig mit Studium und Praktika verbinden. Wie die sportliche Planung im Detail aussehen wird, ist deshalb noch offen. Dass Rhomberg, Wörz und ihr Team auch Rückschläge gemeinsam bewältigen können, haben sie in dieser Saison allerdings eindrucksvoll bewiesen.

„Dieser Titel zeigt uns, dass es sich lohnt, nicht aufzugeben. Es gab Momente, in denen wir uns gefragt haben, ob es das alles noch wert ist. Jetzt haben wir erlebt, was Zusammenhalt bewirken kann. Wenn wir als Team zusammenstehen, können wir unglaublich viel schaffen“, sagt die frischgebackene Staatsmeisterin.