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Donnerstag, 3. September 2026 News • Menschen • Sport

Springreiten · Vorarlberg

Von Aachen nach Avenches: Rhomberg blickt nach vorne

Foto: EEF

Katharina Rhomberg hat die Weltmeisterschaft abgehakt und richtet den Blick auf das nächste Mannschaftsziel. Beim Finale der Longines EEF Series in Avenches bildet Österreichs Aushängeschild gemeinsam mit Nationenpreis-Debütantin Theresa Sutterlüty ein starkes Vorarlberger Duo.

„Wenn ich jetzt zu viel analysiere, ist das auch ein Energieverlust. Es ist die Vergangenheit. Ich schaue in die Zukunft und setze mir neue Ziele“, sagt Katharina Rhomberg knapp zwei Wochen nach der Weltmeisterschaft in Aachen.

Mit Colestus Cambridge beendete die 34-Jährige ihre zweite WM auf Rang 67. Österreich kam in der Teamwertung nicht über Platz 24 hinaus. Rhomberg war bestens vorbereitet angereist, in dem hochklassig besetzten Feld fehlten letztlich die entscheidenden fehlerfreien Runden.

„Das Niveau war enorm hoch – in der Qualität und in der Quantität. Weil es Aachen war, wollten alle hin. In unserem Sport muss sehr viel zusammenpassen, wenn man ganz vorne dabei sein will. Man braucht auch Glück, weil ein Fehler schnell passiert. Ich bin bestens vorbereitet hingekommen, aber es sollte einfach nicht sein.“

Mit ihrem Trainer Thomas Balsiger, dem Vater des Schweizer Springreiters Bryan Balsiger, hat Rhomberg die WM-Runden aufgearbeitet. Das Fazit fiel trotz des Resultats positiv aus: „Es waren schöne Runden, Colestus ist gut gesprungen. Wir haben alles besprochen. Jetzt schaue ich nach vorne.“

Zwei Vorarlbergerinnen im Finalteam

Die nächste Aufgabe wartet am Sonntag im schweizerischen Avenches. Im Finale der Longines EEF Series treffen die zehn besten Nationen der Saison aufeinander. Österreich qualifizierte sich mit Rang zwei und zwölf Fehlerpunkten im Semifinale von Šamorín. Im Finale geht es über zwei Runden und Hindernisse bis 1,55 Meter.

Rhomberg bildet das Team mit Bianca Babanitz aus dem Burgenland, dem Tiroler Christoph Obernauer und ihrer Vorarlberger Landsfrau Theresa Sutterlüty. Die Steirerin Jasmin Alexandra Pirker gehört ebenfalls zum österreichischen Aufgebot, startet in Avenches aber in den U25-Bewerben. Max Kühner fehlt wegen seines Einsatzes bei der Global Champions Tour. Sutterlüty rückte für Gerfried Puck in die Mannschaft.

„Wir haben schlussendlich ein gutes Team gefunden. Christoph Obernauer ist mit einem richtig fitten Pferd aus seiner Pause gekommen, Bianca Babanitz ist dabei, und Theresa wird ein bisschen ins kalte Wasser geworfen. Im Finale geht es immerhin über 1,55 Meter“, sagt Rhomberg.

Für die 32-jährige Sutterlüty ist es der erste Nationenpreis. Die beiden Vorarlbergerinnen kennen einander seit ihrer Kindheit. Sutterlüty arbeitet seit rund zehn Jahren als Bereiterin in Deutschland und ist im sportlichen Umfeld von Andreas Kreuzer und Paul Schockemöhle tätig.

„Theresa ist zwei Jahre jünger als ich. Wir sind schon sehr lange befreundet, und sie hat sich extrem weiterentwickelt. Sie arbeitet in einem sehr guten Stall mit entsprechender Pferdepower“, sagt Rhomberg über ihre neue Teamkollegin.

Vertrauen als wichtigste Grundlage

Für Rhomberg ist die Longines EEF Series weit mehr als eine weitere Nationenpreisserie. Sie bietet Pferden und Reiter:innen die Möglichkeit, schrittweise Erfahrung im internationalen Mannschaftssport zu sammeln. Österreich gewann das Finale bereits 2023.

In Avenches hat Rhomberg Cuma 5 und Nachwuchshoffnung Cassina 95 am Start. Cuma erhielt nach dem Semifinale eine Turnierpause und soll mit neuer Energie in das Finale gehen. Gerade im Nationenpreis sind für Rhomberg Intelligenz, Mut und die richtige Einstellung entscheidend. Die Pferde müssen ihre Leistung über zwei Runden abrufen und auch unter Druck konzentriert bleiben.

„Ich bevorzuge zuverlässige Pferde, weil sie einen nie im Stich lassen. Selbst wenn man einmal nicht seinen besten Tag hat, sind sie da und helfen einem“, erklärt Rhomberg. Am Ende gehe es um die Verbindung zwischen Pferd und Reiter: „Man muss seinem Pferd wirklich vertrauen können, und das Pferd muss einem ebenfalls vertrauen.“

Österreich geht am Sonntag als zehnte und damit letzte Nation in den Bewerb. Danach bleibt Rhombergs Kalender dicht: Von 10. bis 13. September folgt das CSI4* in Ascona, anschließend ein Dreisterne-Turnier in Italien. Der nächste Höhepunkt wartet von 24. bis 27. September daheim bei der Longines Global Champions Tour im Ehrenhof von Schloss Schönbrunn.

Longines EEF Series Final 2026